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Den Fokus nach vorne richten

Der Weg beginnt in Ihrem Kopf!
Interview mit Motivationstrainer Stefan Kloppe

Raus aus der Schonhaltung

Veränderung ist Kopfsache: Aktiv – trotz Arthrose!

Raus aus der Schonhaltung

Aktiv – trotz Arthrose!

Den Fokus nach vorne richten

Interview mit Motivationstrainer Stefan Kloppe

Wer Arthrose hat, sollte in seinem Leben einiges verändern. Wie man sich dazu motiviert und die Veränderungen erfolgreich in seinen Alltag integriert, weiß Stefan Kloppe. Der Motivationstrainer erzählt im Interview, wie man die typischen Motivationsprobleme austrickst.

Raus aus der Schonhaltung:
Die Diagnose einer chronischen Krankheit wie Arthrose bedeutet erhebliche Veränderungen für den Alltag. Vieles, was möglich war, geht jetzt nicht mehr – da fallen viele erst mal in das sprichwörtliche Loch. Wie kommt man da wieder raus?

Stefan Kloppe:
Indem man sich nicht darauf konzentriert, was nicht mehr geht, sondern was einem noch offen steht. Man muss den Fokus nach vorne richten.

Raus aus der Schonhaltung:
Das klingt erst mal sehr abstrakt. Was bedeutet es konkret, den Blick nach vorne zu richten?

Stefan Kloppe:
Es ist auch abstrakt und das ist für viele Menschen ein Problem. Die Frage „Was will ich?“ beantworten viele mit „Gesundheit“ oder „Schmerzfreiheit“. Das ist verständlich, aber für unser Gehirn ist das als Ziel zu unkonkret. Frage dich lieber, was du den Tag über alles tun würdest, wenn du gesund wärst: Wann und wo bewegt man sich gern, welchen Sport würde man gerne ausprobieren – da beginnt die Beschäftigung mit konkreten Zielen. Da fallen einem vielleicht auch Dinge ein, die man trotz der Arthrose machen kann.

Raus aus der Schonhaltung:
Aber reicht das auf Dauer? Wie bewahrt man sich diesen Fokus nach vorn, wenn das gesetzte Ziel erreicht ist oder man die Lust verliert?

Stefan Kloppe:
Indem man sich erreichte und zukünftige Ziele immer wieder vor Augen führt – etwa in einem Erfolgstagebuch, in welchem man alle erreichten, positiven Ergebnisse aufschreibt. Oder einem „Vision Board“*, um die Ziele bildlicher zu machen. Man sollte die Gedanken weglenken von dem, was nicht mehr geht, hin zu dem, was möglich ist. Die absolute Grundvoraussetzung ist natürlich, dass man eine Bewegung, einen Sport findet, die/der einem Spaß macht.

Raus aus der Schonhaltung:
Ohne Spaß geht nichts?

Stefan Kloppe:
Ohne Freude bleibt man nicht am Ball. Darum scheitern diese ganzen Gute-Neujahrsvorsätze-Sportler – es muss Spaß machen! Und mit dieser Grundvoraussetzung kann man das Ganze auch als Chance begreifen: Du kannst und sollst dich bewegen – du darfst etwas Neues finden, dass dir Freude macht. Nur so kann man das neue Verhalten auf Dauer in seinen Alltag integrieren.

Raus aus der Schonhaltung:
Das klingt fast, als sollte man dem Schmerz auch noch dankbar sein.

Stefan Kloppe:
Schmerzen werden oft als Feind gesehen. Dabei ist er eigentlich nur ein Werkzeug, ein Warnsignal des eigenen Körpers, der Schlimmeres verhindern will.

Raus aus der Schonhaltung:
Beklagen sich nicht viele Menschen bei Ihnen, dass die Schmerzen und Handlungen wie das Einnehmen von Medikamenten oder das Anlegen von Bandagen einen an das erinnern, was nicht mehr geht?

Stefan Kloppe:
Das kann zu Beginn so sein. Aber alles automatisiert sich und wird Routine wie beim Fahrradfahren oder Zähneputzen. Und wenn eine neue Bewegung, ein neuer Sport gefunden wird, die/der Spaß macht, dann verlieren Abläufe wie ‚Bandagen anlegen’ ihren negativen Charakter: Sie behindern nicht mehr, sondern helfen einem beim Nordic Walking oder Radfahren oder was man eben schönes Neues tut.

Raus aus der Schonhaltung:
Neugier und Aufgeschlossenheit sind also sehr wichtig?

Stefan Kloppe:
Neugier ist wahnsinnig wichtig! Ich bin ein großer Fan von Neugier und der Haltung „da geht noch was“. Auch nach der Diagnose Arthrose gibt es sehr viele Möglichkeiten, den Alltag besser in den Griff zu bekommen und die Schmerzen zu verringern. Es gibt Bandagen und Übungen – die würde ich alle ausprobieren, um zu schauen, wie ich damit zurechtkomme und ob sie mir helfen! Ich würde mich austauschen und andere fragen „Wie hast du´s geschafft?“.

Raus aus der Schonhaltung:
Und wen frage ich da? Welche Rolle spielt Hilfe von außen?

Stefan Kloppe:
Sie können mit anderen Arthrose-Patienten sprechen, die ihren Weg in einen aktiven Alltag gefunden haben. Oder Menschen, die den gleichen Sport machen wie man selbst. Die vielleicht auch gehandicapt sind. Diese Menschen können einem Tipps geben und Mut machen. Gesprächsrunden, in denen man sich gegenseitig sein Leid klagt, können erleichtern, bringen einen aber auf Dauer in keine positive Richtung.

Raus aus der Schonhaltung:
Wie wichtig sind Familie und Freunde?

Stefan Kloppe:
Natürlich sollte man sein Umfeld informieren und sagen: „Wenn ich nicht das tue, was eigentlich mein Plan war, dann sprich mich bitte an. Push mich!“ Das ist oft sehr individuell – wenn jemand nur in Gesellschaft joggen geht, dann kann der Partner ja den Anstoß geben. Aber Motivation von außen kann nur bis zu einem bestimmten Punkt helfen. Die Grundbereitschaft muss von einem selbst, von innen kommen. Es gibt nur einen, der mich da rausziehen kann, und das ist nicht mein Kind, mein Partner oder mein Hund, sondern das bin ich selbst. Wenn man diese dynamische Haltung bewahrt, dann steht einem positiven, aktiven Leben trotz der Arthrose nichts im Weg.

Raus aus der Schonhaltung:
Das ist doch ein positiver Ausblick, der bestimmt einigen Menschen weiterhilft. Herr Kloppe, wir danken Ihnen für das interessante Gespräch.

Stefan Kloppe:
Sehr gerne.

 

Motivationstrainer und SportsCoach Stefan Kloppe
Weitere Informationen zu unserem Interviewpartner finden Sie auf www.stefan-kloppe.de

 

* „Vision Board“: In einem „Vision Board“ können Ziele und Visionen durch Bilder, Motive, Checklisten, Glaubenssätze, Zitate etc. in einer Art Collage visualisiert werden, um diese greifbarer zu machen.